Das iPad als eBook – Lesen im 21. Jahrhundert. [Update]

by Steffen Zörnig
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Eines der großen Features des iPads sollte das Lesen von Büchern sein und schon im Vorfeld der Veröffentlichung überschlugen sich die Verlage mit Gerüchten über die tollen neuen Möglichkeiten ihre Magazine und Zeitungen auf dem iPad. Manche sahen im Apple iPad schon die Rettung der Verlagsbranche und sehen es wohl auch heute noch so.

Bei mir ist das iPad mittlerweile im täglichen Gebrauch nicht mehr wegzudenken und auch Bücher, sowie Zeitungen, Zeitschriften und Comics lese ich gerne auf dem iPad. Im Vergleich zu Amazons Kindle überzeugt mich sowohl die Farbe, als auch die Multimedia Elemente und ein schnelles Umblättern. Der Kindle sticht das iPad aber um Längen aus, wenn man in der prallen Sonne liest. Da mag das iPad den Schatten lieber, wo man es dann aber auch sehr gut zum Lesen verwenden kann.

iBooks auf dem iPad
iBooks
Apple selber bietet die App iBooks an. Hier kann man sich diverse Bücher kaufen oder auch Bücher aus dem Projekt Gutenberg kostenlos herunterladen. Zusätzlich bietet iBooks die Möglichkeit PDF Dateien anzuzeigen. Die App ist mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden, was man z.B. beim Umblättern von Seiten eines eBooks auf ePub Basis sehen kann. Leider hat diese App – zumindest in Deutschland – zwei große Probleme. Zum einen sind die angebotenen Bücher meist ebenso teuer wie die Papierversionen im Buchhandel, zum anderen ist die Auswahl an Büchern aktuell noch sehr bescheiden. Literatur in anderen Sprachen wie Deutsch sucht man zumindest mit einem deutschen iTunes Account vergebens.

Die Welt HD auf dem iPad
Die Welt HD
Zugegeben, die Welt – ebenso wie die Welt Kompakt – gehören normalerweise nicht zu meiner täglichen Lektüre. Doch mit der Welt HD macht der Axel Springer Verlag vieles richtig. Die App wird mehrmals täglich aktualisiert und bietet so morgens andere Inhalte als Abends. Für mich als Berufstätiger, der die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, ein tolles Feature. Die App lässt sich zudem sehr schön bedienen und bietet in der neusten Version auch eine Pinnwand zur Speicherung von Artikeln. 30 Tage Nutzung sind beim Kauf der App dabei, danach muss man für 30 Tage 11,99€, für 3 Monate 29,99€ und für 12 Monate 119,99€ bezahlen.
Zusätzlich gibt es einen Einführungspreis bis zum 15.08.2010, der rund 33% günstiger ist. Funktional ist die Welt HD aktuell für mich die beste Umsetzung einer Zeitung auf dem iPad. Preislich empfinde ich das Angebot gerade noch erträglich.

Der Spiegel auf dem iPad
Der Spiegel
Auf dem iPad ist der Spiegel inhaltlich eine 1:1 Umsetzung des Magazins und kann hier bereits am Samstag gelesen werden. Das Interface ist dabei ansprechend und erfüllt seinen Zweck. Doch leider hat der Spiegel die Realität etwas aus den Augen verloren und möchte für eine Ausgabe auf dem iPad mit 3,99€ mehr Geld, als man am Kiosk für eine gedruckte Ausgabe bezahlt (aktuell 3,80€). Im Abo zahlt man mit 3,65€ dann einen ähnlichen Preis wie für das gedruckte Heft und wer das Abo schon hat, kann für 50 Cent mehr auch den Spiegel auf dem iPad lesen. Diese Preispolitik ist mir nicht erklärbar und deshalb kann ich den Spiegel auf dem iPad absolut nicht empfehlen – obwohl mir die App insgesamt gefällt.

Wired auf dem iPad
Wired
Die Presse war sich bei der Veröffentlichung einig, dass das Wired Magazin auf dem iPad hervorragend umgesetzt ist und eine der Referenzen für das iPad darstellt. Leider bin ich mit der App nie wirklich warm geworden, was auch am Wired Magazin generell liegen kann. Positiv herausgestochen hat bei der App für mich hauptsächlich die Werbung, die mit Filmen und Farbwechseln z.B. bei Autos sehr schön umgesetzt ist. Der Preis von $3,99 pro Ausgabe wirkte dann aber doch abschreckend, wenn man weiss, dass Wired in Amerika rund $10, im Abo für 12 Ausgaben, pro Jahr kostet.

Comics auf dem iPad
Comics
In meiner Kindheit habe ich gerne das ein oder andere Comic gelesen und so war ich sehr von der App Comics angetan. Für kostenlos bis 2€ kann man hier relativ aktuelle Comics von Marvel und DC kaufen. Neben dem normalen Blättern gibt es zudem einen Modus, bei man von Comicfenster zu Comicfenster gebracht wird und so fast das Gefühl hat einen Zeichentrickfilm zu sehen. Leider – oder für mich glücklicherweise – gibt es die Comics aktuell nur auf Englisch. Aber mit einem deutschen iTunes Account kann man diese trotzdem ohne Probleme kaufen. Auch wenn mich Comics nicht mehr so wie früher faszinieren, so habe ich doch das ein oder andere Comic auf meinem iPad bereits gelesen und kann die App sehr empfehlen.

Fazit
Gerade den Magazinen ist es aus meiner Sicht nicht gelungen ein preislich stimmiges und anspruchsvolles Konzept für das iPad zu entwickeln. Insgesamt fehlt es im Deutschsprachigen Raum aber noch stark an Auswahl und an Konkurrenz, so dass man den aktuellen Stand wohl nur als eine Stufe auf dem Weg zum digitalen Lesen sehen kann. Ich bin sehr gespannt was uns auf dem iPad noch so alles erwartet und hoffe, dass die Verlagsbranche mit Qualität und guten Konzepten ihre Untätigkeit in den letzten Jahren überwindet.

Trotzdem macht das Lesen auf dem iPad schon jetzt viel Spass und ich möchte keine unhandliche Zeitungen oder auf Bäumen gedruckte Magazine mehr mit mir herumschleppen. Persönlich warte ich sehnsüchtigst auf digitale Ausgaben von „Website Boosting“, „Webstandards Magazin“ und der „t3n“. Hoffentlich muss ich da nicht mehr lange warten um diese Zeitschriften als PDF – oder als eigene App – auf dem iPad kaufen und lesen zu können.

Wenn es weitere tolle Apps in diesem Bereich gibt, freue ich mich natürlich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Update 4.8.2010
Preiskorrektur bei der Welt HD App. Die günstigen Preise sind nur EInführungspreise bis zum 15.08.2010.

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1 comment

Jochen 28. November 2010 - 20:29

Ältere Ausgaben des Webstandards Magazins gibt als PDF, hilft das?

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