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Keynote – Digitalisierung in der Grundschule

von Steffen Zörnig
Keynote Digitalisierung in einer Grundschule

Mit einer Keynote der etwas anderen Art durfte ich in diesem Jahr die Ganztags-Lehrerkonferenz der Grundschule meiner Kinder eröffnen. Die knapp 30 Minuten waren bewusst nicht tief technisch, sondern sollten inspirieren und Perspektiven öffnen. Ich begann mit einem fiktiven Sandkastengespräch mit meinem Sohn über seine Berufswünsche und spannte von dort den Bogen, der mit einem Rückblick in meiner Zivizeit startete. Als Zivildienstleistender an einer Körperbehindertenschule habe ich vor 25 Jahren erlebt, wie Kinder mit Sprachbehinderungen über Symbolsprache wie MinSpeak mit Computern sprechen konnten – lange bevor wir über „digitale Bildung“ gesprochen haben und in einer AG haben wir mit Lego Mindstorm Roboter gebaut.

Von dort ging es weiter zur kleinen Computern wie dem Calliope Mini und schließlich zur Künstliche Intelligenz. Im Zentrum stand eine Frage: Wie werden KI und Digitalisierung die Jobs unserer Kinder prägen – und was können wir bereits in der Grundschule sinnvoll vorbereiten?

Dabei konnte ich auf sehr konkrete Erfahrungen zurückgreifen: Eine kleine „Hacker-AG“ mit sechs Kindern aus einer dritten Klasse, die ich freitagnachmittags über ein Quartal geleitet habe. Dort haben wir haben unter anderem mit Calliope Minis versucht, Computer ein bisschen zu verstehen, mit KI einen Schulsong entwickelt und einen Detektivfilm geschrieben, gemalt und gedreht. Ganz nebenbei lernten die Kinder auch die Grenzen von KI kennen – zum Beispiel, dass ChatGPT keine Waffen in Schulen darstellen möchte.

Nach den geplanten gut 30 Minuten Vortrag folgten eigentlich 10 Minuten Fragen. Es wurden über 30 Minuten. Die Fragen zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Haltungen zu Digitalisierung und KI sind: Von der Referendarin, die KI bereits in Prüfungen nutzen darf bis zur grundsätzlichen Frage, was Kinder bei einem Filmprojekt mit KI eigentlich wirklich lernen können. 

Für mich ein klares Signal: Schulen brauchen langfristige Unterstützung, um Kinder auf ein digitales Leben vorzubereiten – nicht nur technisch, sondern auch pädagogisch.

Auch heute, sechs Monate später, sprechen mich Lehrkräfte noch sehr positiv auf diesen Vortrag an. Wie viel Impact er tatsächlich hatte, lässt sich schwer messen. Digitalisierung braucht Zeit – besonders im Klassenzimmer. Sicher stelle ich mir (und den Lehrern) diese Frage in ein oder zwei Jahren noch einmal. Ich bin gespannt.

Mein Dank gilt der Schulleitung für das Vertrauen (sie wusste nicht wirklich was ich präsentiere).

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