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Bücherhalle Sülldorf / Iserbrook – Meine Kindheit in den Elbvororten von Hamburg.

von Steffen Zörnig
Gebäude der Bücherhalle Sülldorf / Iserbrook - Op'n Hainholt 23

Ich bin ein Kind der Elbvororte. In dieser losen Serie schreibe ich Erinnerungen an die Elbvororte der 80er und 90er-Jahre auf.

Besonders viele und gute Erinnerungen habe ich an die Bücherhalle Sülldorf / Iserbrook in Hamburg. Diese lag mitten in einer größeren Siedlung der Saga am Op’n Hainholt 23. Neben Büchern konnten in der Bücherhalle auch Comics, Spiele, Kassetten und VHS Videokassetten ausgeliehen werden. Der Platz war zwar sehr begrenzt – aber wir haben immer etwas gefunden (meistens Comics und Hörspielkasetten). Eines der Höhepunkte für mich waren aber die Computertage (oder Computerwoche?). Hier hat ein Computerfachman (so nannte man die Computermenschen damals) an zwei Computern (einer war ein C128) den Besuchern erklärt wie Computer so funktionieren.

Früheres Gebäude der Bücherhalle Sülldorf / Iserbrook am Op'n Hainholt 23 in Hamburg.
Früheres Gebäude der Bücherhalle Sülldorf / Iserbrook in Hamburg.

Stand August 2022 steht das Gebäude noch, auch wenn es verlassen ist. Auch der Spielplatz hat schon schönere Tage gesehen. Geblieben ist aber auch der schöne Weg Bergauf zum Gebäude, welchen ich sehr gerne mit meinem Fahrrad runtergefahren bin. Und auch der Spielplatz ist noch erhalten – wenn auch schon wirklich in die Jahre gekommen.

Gebäude der Bücherhalle Iserbrook zur Jahrtausendwende.

In den 90er-Jahren zog die Bücherhalle an die Sülldorfer Landstrasse 11 und verlor damit auch viel von ihrem alten Charme. Über 2 Stockwerke war die Bücherhalle jetzt in einem Neubau, direkt an der B431. Parken konnte man hier zwar besser, für mich war sie deutlich schlechter zu erreichen und für kleine Kinder ohnehin. Hier lösten dann auch Computer die analogen Karteikarten ab und man konnte aus anderen Bücherhallen Bücher und andere Medien über ein Computerterminal vorbestellen. Zumindest was die Bücherhallen angeht, hat Iserbrook hier den Weg von einer idyllischen Vorstadt zur hektischen „Grossstadt“ vollzogen. Oder aus dem Tante-Emma-Laden (hiess in Iserbrook übrigens Stange) wurde mindestens ein Edeka.

2004 wurde entschlossen, dass die Bücherhallen in Rissen und Sülldorf in Blankenese zusammengelegt werden. Damit dürfte für die meisten Kinder in Iserbrook und Sülldorf die Bücherhalle nur mit dem Rad oder besser S-Bahn/Auto erreichbar sein. Am 26.10.2009 wurde die neue Bücherhalle eröffnet unter dem Namen „Bücherhalle Elbvororte„. 2019 wurde dann verkündet, dass die Bücherhalle als OpenLibary geführt werden soll. Demnach können Kunden ab 18 Jahre auch ausserhalb der Öffnungszeiten mit ihrer Karte in die Bücherhalle gehen. Ähnlich wie beim Self-Service der Banken.

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