Mein Umstieg auf den VDSL Entertain IP Anschluss der Deutschen Telekom.

Vor gut 2 Jahren habe ich mich für einen ISDN (Neusprech: Universal) VDSL Anschluss der Telekom entschieden. Inkl. Miete der Receiver hatte ich so eine mtl. Gebühr von 65 €, welche mir nach 2 Jahren doch etwas zu hoch war. Deshalb habe ich mich vor gut einem Monat entschlossen auf einen IP-Anschluss zu wechseln und damit rund 15 € im Monat zu sparen. Da die Telekom bis 2016 sowieso alle Anschlüsse auf IP umstellen möchte, gehe ich damit der Zeit also ein bisschen voraus.

Und da die Telekom bei IP Anschlüssen genau wie bei ISDN mehrere Rufnummern und 2 Gespräche gleichzeitig ermöglicht, habe ich dabei auch keine Beschränkungen (Vergleich der Anschlusstypen) durch den Wechsel. Ein Pluspunkt ist jedoch, dass die Telekom bei ihren IP Anschlüssen (und auch nur dort) IPV6 anbietet. Dieser dürfte aktuell nur für Computernerds interessant sein, aber zu denen werde ich landläufig ja auch gezählt. Deshalb gehe ich hier auch nicht weiter darauf ein.

Doch was unterscheidet einen IP Anschluss von einem Analogen (Neusprech: Standard) oder ISDN Anschluss? Das Zauberwort ist hier VoIP. Während bei analogen oder ISDN Anschlüssen ein Splitter die genutzten Frequenzen auf der Telefonleitung in Telefonie und Internet trennt, gibt es bei IP Anschlüssen nur noch Internet. Einen Splitter und bei ISDN auch einen NTBA braucht man danach nicht mehr. Dafür muss der Router aber auch VOIP unterstützen. Alternativ können natürlich auch VOIP-Telefone oder gar VOIP Software am Smartphone oder Computer verwendet werden.

Die Umstellung sollte am 1.8. erfolgen und zu meiner Überraschung funktionierte am Abend, als ich nach Hause kam, das Internet noch. „Glücklicherweise“ waren die Telefone tot, so dass die Umstellung wirklich gemacht wurde und ich musste nur noch den Router entsprechend konfigurieren. In meinem Fall ist das eine Firtzbox 7390 (Anleitung hier). Für die Speedport Router der Telekom bekommt man die Anleitungen ein paar Tage vor der Umstellung von der Telekom zugeschickt. Anders als in den Anleitungen erwähnt, muss man jedoch den Splitter nicht wirklich abbauen, denn zumindest bei mir funktionierte auch mit eingebauten Splitter sowohl Internet als auch VoiP Telefonie. Dabei steht einem jedoch nicht das volle Spektrum der Leitung zur Verfügung. Da die Telekom aber meisten mit recht viel Puffer die Leistung der Leitung kalkuliert, dürfte das bei den wenigsten Nutzern zu einer geringeren Geschwindigkeit führen.

Wer sein ISDN Telefon weiter verwenden möchte, muss dieses (sofern möglich) am Router anschließen. Der NTBA muss dafür komplett entfernt werden. Jedoch sollte man sich vorher informieren, ob der eigene Router überhaupt VoIP fähig ist. Bei der Telefonischen Bestellung wurde ich aber mehrfach sehr deutlich darauf hingewiesen, ebenso dass es mein Risiko ist wenn mein eigener Router kein VoIP der Telekom unterstützt.

Nach rund einem Monat habe ich keine Nachteile bei der Nutzung von VoIP festgestellt. Ein Echo oder Verzögerungen, wie sie bei früheren Tests von freien VoIP Anbietern gerne mal auftraten, habe ich noch nicht gehabt. Leider ist aktuell aber auch, neben der Preisersparnis, kein großer Vorteil zu bemerken. Denn aktuell habe ich kein Telefon welches HD Telefonie, mit deutlich besserem Klang, anbietet und auch auf der Gegenseite sind IP Anschlüsse noch Mangelware.

Natürlich wurde ich mit der Umstellung auch in einen „Drossel-Tarif“ der Telekom (Volksmund: Drosselkom) gesteckt. Dieser sieht vor, dass ab ca. 2016 mein 25 MBit/s VDSL Anschluss nach einem Verbrauch von 200 GB auf 2 MBit/s reduziert wird. Aktuell verbrauche ich zwischen 50 und 75GB pro Monat, das sollte also ausreichen, auch wenn der Verbrauch in den nächsten Jahren sicherlich noch höher ausfällt. Aber darüber mache ich mir dann 2016 Gedanken. Und wie schon geschrieben, ist für mich die Drosselung nicht das Problem, sondern die Ausnahmen davon.

Ein kleines bisschen trauere ich dem ISDN Anschluss aber trotzdem noch nach. Denn als wir Anfang der 90er Jahre auf den EURO ISDN Anschluss umstellten, war das gefühltes Neuland und ein Quantensprung in der Datenfernübertragung. Aber rund 25 Jahre später wird es wohl wirklich Zeit mit der Zeit zu gehen und diese „alte“ Technik hinter mir zu lassen.

1 Comment

  1. He Ruler

    24. August 2013 - 17:16

    Ein Quantensprung ist aber etwas ganz, ganz, ganz winzig Kleines. Sorry, aber mir ist es lieber, zu wissen, was ein Quantensprung als was ein ISDN-Anschluß ist.