Preise von Konzertkarten – ein Wirtschaftsrätsel.

by Steffen Zörnig
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Soweit ich weiss, müssen in Deutschland bei allen Angeboten die wirklichen Preise immer schnell ersichtlich sein. Das gilt für Flugtickets (wo häufig noch diverse Gebühren aufgeschlagen werden) ebenso wie für Lebensmittel. Ein Mysterium für mich sind seit langem schon Konzertkarten. So wollte ich jetzt zwei Konzertkarten für das CCH verschenken. Auf der Konzertseite der Künstler steht zu den Preisen: € 16,70 bis 31,70 zzgl. Gebühren. Doch was zahle ich wirklich?

Bei der Theaterkasse in einer Buchhandlung sollte ich hier für eine mittlere Kategorie 29,80€ zahlen, plus 1€ Gebühr pro Karte und plus insgesamt 50 Cent EC Karten Gebühr. Für 2 Karten zahlen ich dort also 62,10 Euro.

Im Internet bei Eventim sollten die selben Karten je 25,80 Euro kosten, plus einmalig 4,90€ Service und Versandkosten. Insgesamt also 56,50€ und damit immerhin 5,60€ günstiger als an der Theaterkasse. Aber Achtung, Eventim hat hier unaufgefordert bei der Bestellung eine Ticketversicherung aktiviert. Wer die nicht ausschaltet, zahlt hier 3,40€ extra. Ich habe mich also für Eventim entschieden und 3 Tage später lagen die Konzertkarten in meinem Briefkasten. Die Tickets wurden übrigens ganz normal mit der Briefpost der Deutschen Post (0,55€ frankiert) verschickt.

Konzertkarten im internet

Auf den Konzertkarten steht jetzt aber nicht 25,80€, sondern 23,80€ inkl. Vorverkaufsgebühr von 2€ und 1,10€ Systemgebühr. Der Unterschied zu den 25,80€ ist dann vermutlich die Buchungsgebühr von 2€, die Eventim im Kleingedruckten auf der Seite stehen hat.

Preise von Konzertkarten

Der Preis baut sich demnach wie folgt auf:
20,70€ für die Konzertkarte
1,10€ für die Systemgebühr
2€ für die Vorverkaufsgebühr
2€ für die Buchungsgebühr
4,90 für Service und Versandkosten.

Doch wofür zahle ich die ganzen Gebühren?
1. Mit der Systemgebühr sollen die Kosten für das Ticketsystem abgegolten werden. Diese wird also auch an der Abendkasse fällig.
2. Die Vorverkaufsgebühr ist die Gebühr, die ein Kartenverkäufer als Vermittlungsprovision für den Kartenverkauf kassiert.
3. Die Buchungsgebühr wird bei diversen Internetanbietern zusätzlich auf den Ticketpreis draufgeschlagen, um die eigene Marge zu verbessern.

Bei Wikipedia ist die Ticketgebühr recht gut erklärt.

Leider zu spät bemerket: Im Internet bei Funke-Ticket, die auch die Veranstalter sind, hätte ich die Karten für 24,80€ bekommen, plus 5€ Versand. Alternativ hätte ich diese aber auch an diversen Verkaufsstationen in Hamburg abholen könne, so dass ich mit 49,60€ rund 12,50€ gegenüber dem ersten Angebot gespart hätte. Dafür hätte ich aber auch keine genaue Platzwahl beim Buchen gehabt.

Fazit
Vergleichen lohnt sich beim Kaufen von Konzerttickets extrem. 20% Preisersparnis sind vermutlich keine Seltenheit. Die erhobenen Gebühren scheinen aber zwischen Veranstaltung und Verkaufsstelle zu variieren. Ich kann demnach nur Raten die Preise zu vergleichen und die Verkaufsstellen zu boykottieren, wenn die Tickets woanders deutlich günstiger sind.
Und sollte sich unsere Regierung einmal langweilen, hier wäre eine Möglichkeit verbraucherfreundliche Gesetze einzuführen, die dieses Gebührenchaos beendet.

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VVK 26. September 2013 - 23:08

Ich kaufe meine meißtens bei Ticketmaster. Der Versand kostet dort nur 50 Cent, und ist somit deutlich günstiger als als bei Eventim oder TicketOnline, die ja ehh eins sind. Einziger Nachteil bei Ticketmaster ist, dass man dort nicht alles bekommt, und dann doch wieder wo anders suchen muß….

Aber auf jeden Fall… VERGLEICHEN LOHNT!!

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