Nacktscanner bestehen den Praxistest nicht.

by Steffen Zörnig
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Hamburg AirportWie die Welt heute berichtet, ist der Praxistest der Nacktscanner, neudeutsch Körperscanner, beendet. Statistisch gesehen gab es wohl in dieser Zeit keinen Anschlag – was jedoch auch für die Kontrollmenge der kontrollieren Fluggäste im Metalldetektor gilt. Auch hat man nirgends gehört, dass die Nacktscanner einen Anschlag vereitelt hätten. Ich selber habe den Nacktscanner an einem der ersten Tage ausprobiert und musste danach auch aufwändig kontrolliert. So hat es doch länger gedauert als bei den herkömmlichen Scannern, bei denen ich fast immer ohne Piepsen durch die Kontrolle komme.

Und genau das ist, laut dem Zeitungsbericht, das aktuelle Problem. Bei rund 70% der Kontrollen wird ein Fehlalarm ausgelöst, der eine Nachkontrolle an der entsprechenden Stelle erfordert. Aber bei 35% (also noch jedem dritten) ist eine aufwändige Kontrolle notwendig, da mehrere Fehlalarme vorliegen. Polizeidirekter Rainer Weinzierl versucht dieses Fehlverhalten mit Softwarefehlern zu erklären, deren Behebung für ein Versuchsprojekt zu hohe Kosten verursacht. Doch sollte es eine Zulassung geben, wer garantiert und, dass die Fehler behoben werden – und wer garantiert uns, dass es nicht auch in die andere Richtung Fehler gibt und die Nacktscanner Gefahren „übersehen“?

Für mich bringen die Nacktscanner höhere Wartezeiten bei gleicher Sicherheit, wobei die Sicherheit durch Softwaremanipulationen vermutlich auch niedriger sein könnte. Die herkömmlichen Metalldetektoren sind hier weit weniger anfällig. In Anbetracht des immer stärker werdenden Kontroll- und Überwachungswahn der Regierungen in der EU kann ich dabei nur hoffen, dass die Nacktscanner in ihrer jetzigen Form nicht zugelassen werden.

Überraschend finde ich auch, wie gut alle Medien auf die Lobbyarbeit der Sicherheitsfirmen und Terrorpredigern reagieren. Das negativ belegte Wort „Nacktscanner“ verwenden die Medien kaum noch. Praktisch überall heisst es jetzt „Körperscanner“, was für die meisten Menschen wohl harmloser klingt.

(via Nico Lumma)

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