Volkscomputer – Die Geschichte vom Commodore PET, VC-20, C64 und Amiga.

Volks Computer - BuchcoverIch war ungefähr 6 Jahre, als meine Eltern einen Commodore C64 kauften. Praktisch war es ab dann mein Computer – auch wenn er noch im Arbeitszimmer stand. Meinen Eltern war zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht klar in welcher Form sie mit dem Kauf dieses Computers meine Zukunft beeinflussen werden. Zuerst hatten wir nur eine Datasette, später auch eine 1541-Floppy. Der C64 begleitete mich über die Grundschulzeit und später kaufte ich sogar noch einen Amiga. Ich bin also ein Kind der (späten) Commodore Generation und so war meine Neugierde geweckt, als im Gameplan Verlag das Buch „Volks Computer“ erschien. Es wurde geschrieben von Brian Bagnall und für den deutschen Markt von Boris Kretzinger und Spieleveteran Winnie Forster übersetzt und aufgearbeitet.

Das Buch beginnt in einer Zeit, in der noch nicht mal an mich gedacht wurde. Commodore produzierte Schreibmaschinen und Taschenrechner und Firmen wie Microsoft und Apple waren noch nicht gegründet. Es beschreibt, wie aus der Prozessorfirma MOS und Commodore die erste Firma entstand, die Computer in großer Stückzahl an Private Haushalte verkaufte und zur Hochzeit den Markt praktisch beherrschte. Microsoft und Apple hätte Commodore ohne große Probleme aufkaufen können und sich damit die Zukunft sichern. Jeder weiss, dass es dazu (leider?) nicht gekommen ist. Das Buch begleitet die Auf- und Abstiege von Commodore und berichtet von den vielen Nebenschauplätzen und den Männern (Frauen spielen in dem Buch keine wirkliche Rolle) hinter den Produkten und Entscheidungen.

Auch wenn ich nur die späte Geschichte von Commodore selbst miterlebt habe, so hat mich dieses Buch von Anfang an gefesselt. Es liest sich wie ein guter Wirtschaftsthriller – wobei man das Ende bereits kennt. Für alle Mitglieder der „Generation Commodore“ kann ich dieses Buch deshalb nur empfehlen. Mit 27,80€ für „nur“ 368 Seiten ist es jedoch leider auch nicht günstig. Am Ende hat das Buch „Volks Computer“ noch ein paar schöne Tabellen zum Vergleich der Commodore Computer und ein paar farbige Seiten mit Fotos der wichtigsten Systeme. Warum man das Buch bei Amazon nicht bekommt, ist mir ein Rätsel. Bei Buchhändlern wie Lehmanns ist das Buch aber sofort lieferbar.

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1 Comment

  1. Holger

    4. Dezember 2012 - 16:57

    Commodore, paaah

    War bei der Konkurrenz – ATARI 600 XL, mit verdammten 16 Kb Arbeitsspeicher.
    … nächtelang Donkey Kong gezockt. Seufz …. das waren noch Zeiten ….