Webstatistik Tools für die eigene Webseite.

by Steffen Zörnig
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Es ist noch gar nicht lange her, da waren Webseiten für viele Firmen eine schwarze Box. Man konnte sie sich zwar anschauen, aber viele Informationen wie Besucherzahlen, Interessen der Besucher,… wurden nicht erhoben oder zumindest nicht betrachtet. Heute ist die Webanalyse für viele Webseitenbetreiber ein täglich Brot und ein wichtiges Instrument um die Webseite an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Die Industrie hat dieses vor längerer Zeit erkannt und so gibt es diverse Tools für die Webanalyse. Trotzdem gibt es noch immer Firmen, die diese Zahlen nicht interessiert oder diese nicht ausgewertet werden.

Für die Webanalyse haben sich zwei unterschiedliche Verfahren etabliert. Zum einen die Auswertung der Logfiles des Webservers, zum anderen die Einbindung eines kleines Javascriptes oder Bildes auf der Seite, dessen Aufrufe dann von einem anderen Server protokolliert werden. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. So können über die Logfiles auch Zugriffe von Rechnern erfasst werden, die weder Javascript ausführen noch Bilder laden (Robots, Suchmaschinen,…). Dafür können Nutzer nicht erfasst werden, die hinter einem Proxy sind und so keine Anfrage an den Webserver stellen. In den letzten Jahren haben sich die Tools über Javascript

Neben der Art der Analyse muss auch die Kostenfrage geklärt werden. Es gibt kostenlose Dienste die auf dem eigenen Server installiert werden müssen. Diese sind jedoch technisch begrenzt. Entweder benötigen sie viele Ressourcen oder lassen nur eine Oberflächliche Analyse zu. Eine Ausnahme macht hier Google Analystics. Hier zahlt der User mit seinen Daten, die in Amerika gespeichert werden. Ob und zu welchen Zwecken Google diese Daten verwendet kann nur Google selber sagen. Hier gab es in den letzten Monaten auch immer wieder Datenschutzbedenken, so dass man in Deutschland über die Verwendung von Google Analytics zweimal nachdenken sollte. Die Kostenpflichtigen Dienste gehen von 100 Euro bis mehrere 10.000 Euro pro Jahr. Hier kommt es auf den Detailgrad und die Anzahl der Seitenaufrufe einer Webseite an.

Mehr zum Thema Datenschutz und Webstatistiken findet man in der XAMIT Studie.

Eine kurze Übersicht über einige dieser Analysetools möchte ich hier geben.

Webalizer und Analog (link)
Die ältesten Produkte in diesem Bereich sind die Tools Webalyzer und Analog (beide kostenlos), welche sich rein auf die Analyse von Logfiles der Webserver beschränken. Dabei bieten diese nur rudimentäre Statistiken: Die Auswertung der Zugriffszahlen (Besucher, Seitenaufrufe, Dateien), welche Seiten am häufigsten aufgerufen wurden und von welchen Seiten die Nutzer kamen (Referrer).

Urchin 7 (link)
Google hat durch den Kauf der Firma Urchin im Jahr 2005 gleich zwei Produkte im Bereich der Webanalyse. Zum einen die Software Urchin, welche eine Weiterentwicklung der Urchin 4 Software ist. Diese basiert hauptsächlich auf der Analyse von Logfiles und kostet in der Version 7 fast 10.000€. Dafür kann man damit bis zu 1.000 Domains analysieren, so dass diese Software vor allem für Premium Hostinganbieter interessant ist.

Google Analytics (link)
Viel bekannter ist jedoch das kostenlose Google Analytics, welches auf dem damaligen Urchin 6 basiert. Dabei handelt es sich um ein Javascript, welches auf der eigenen Webseite eingebunden wird und die Daten an die Google Server für eine Auswertung sendet. Hier liegt aktuell auch die größte Kritik an Google Analytics, da viele Datenschützer die Datenschutzrechte der User nicht als gegeben ansehen.

Piwik (link)
Eine ebenfalls kostenlose Alternative versucht hier die Software Piwik zu sein. Sie wird auch über einen Javascript Code eingebunden, sendet die Daten jedoch an einen eigenen Server. Dadurch werden keine Daten an fremde Firmen übertragen, jedoch braucht die Software relativ viel Leistung, so dass virtuelle Hosts mit vielen Kunden auf einem Server schnell die Puste ausgeht. Auch gibt es bisher wenig Erfahrungen, wie sich die Software mit wirklich großen Webseiten verträgt. Für kleine Seiten auf eigenen Server könnte Piwik aber eine gute Alternative zu Google Analytics sein.

eTracker (link)
Aus Hamburg kommt die Software eTracker. Diese basiert, ähnlich wie Google Analytics, auf einem Javascript Code. Im Gegensatz zu Google Analytics kann man hier von einer hinreichenden Sicherung des Datenschutz ausgehen. Hierfür gibt es auch Einstellungen, die sich an den unterschiedlichen Anforderungen des Datenschutzes in den Bundesländern orientieren. Neben einer sehr eingeschränkten kostenloses Version, beginnen die Kosten für eTracker bei 10€ pro Monat.

Econda (link)
Auch aus Deutschland kommt die Webanalyse Software Econda. Nach meiner Erfahung ist sie ähnlich gut wie eTracker, die Kosten fangen jedoch bei 30€ pro Monat an. Für große Seiten sicherlich kein Argument, aber gerade kleinere Seiten dürften hier mit eTracker finanziell besser bedient sein.

Omniture (link)
Aus dem Hause Adobe kommt die Software Omniture, die sich vor allem an sehr große Webseiten richtet. Der Preis ist dabei häufig Verhandlungssache, aber mehr als 10.000 Euro sind pro Jahr keine Seltenheit.

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2 comments

maurice 22. Februar 2011 - 17:58

Open Web Analytics sollte bei den Tools nicht fehlen: http://www.openwebanalytics.com/

Bis auf wenige Punkte kommt das Tool durchaus nahe an Google ran und überholt in einigen Punkten sogar: http://www.openwebanalytics.com/?page_id=158

Bernd Richter 4. März 2011 - 14:28

Ein interessante Alternative ist auch AnalyzerNX von AT Internet. Das Tool kann locker mit Global Playern wie Omniture mithalten, hat jedoch eine wesentlich vernünftigere Preisgestaltung.

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